Weniger Papier, mehr Praxis: CSU-Agrarpolitiker drängen auf Bürokratieabbau

Landwirtschaftsministerin Kaniber: Klimastabiler Umbau der Wälder zentrale Zukunftsaufgabe

24.06.2026

Landesversammlung der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AG ELF) der CSU an der Waldbauernschule in Kelheim

Konkrete Entlastungen statt neuer Auflagen für die bayerischen Landwirtinnen und Landwirte: das war eine der zentralen Forderungen der bayernweiten Landesversammlung der rund 3.500 Mitglieder zählenden Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AG ELF) der CSU, die vergangenen Samstag an der Waldbauernschule in Kelheim tagte. So fordert diese, die seit Anfang des Jahres geltenden zusätzlichen Dokumentationspflichten im Pflanzenschutz auf europäischer Ebene wieder zurückzunehmen oder zumindest auf das zwingend notwendige Maß zu begrenzen. „Unsere Landwirte brauchen weniger Bürokratie und mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit auf Feld und Hof. Zusätzliche Dokumentationspflichten ohne erkennbaren Mehrwert belasten die Betriebe unnötig“, betonte Kelheims Landtagsabgeordnete Petra Högl, die seit gut einem Jahr bayerische Vorsitzende der AG ELF Bayern ist. Eine weitere konkrete Forderung der Landesversammlung zielte darauf ab, dass Landwirte, Forstwirte sowie Garten- und Landschaftsbauer mit bereits vorhandener fachlicher Qualifikation keinen zusätzlichen Sachkundenachweis für die Ausbringung von Biozidprodukten absolvieren müssen. „Wer bereits im Rahmen seiner Ausbildung und regelmäßigen Fortbildungen oder durch jahrelange Betriebsführung umfassende Fachkenntnisse erworben hat, darf nicht durch zusätzliche Lehrgänge und Nachweispflichten belastet werden“, so Högl weiter.

 

Klimastabiler Umbau der bayerischen Wälder im Fokus

Passend zum Tagungsort, der Bayerischen Waldbauernschule in Kelheim, an der jährlich rund 150 Forstwirtinnen und Forstwirte aus ganz Bayern ausgebildet werden, diskutierten die Delegierten auch intensiv über die Herausforderungen des notwendigen Waldumbaus hin zu klimastabilen und zukunftsfähigen Mischwäldern. Petra Högl hob in diesem Zusammenhang auch die große Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft in Bayern gerade für den ländlichen Raum hervor. Mit rund 160.000 Arbeitsplätzen und einem Umsatz von über 40 Milliarden Euro jährlich profitiere dieser in besonderem Maße. Auch für Bayerns Land- und Forstministerin Michaela Kaniber ist der weitere klimastabile Umbau der Wälder eine der zentralen Zukunftsaufgaben Bayerns, wie sie bei ihren Ausführungen in Kelheim deutlich machte. Für diese Generationenaufgabe brauche es auch weiterhin eine verlässliche Unterstützung der bayerischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Der Freistaat unterstützt diesen Weg bereits intensiv: Mit einer jährlichen Förderung von 80 Millionen Euro konnten allein im vergangenen Jahr rund 12,5 Millionen Bäume neu gepflanzt werden, die auch unter den zukünftigen Bedingungen des Klimawandels gesund wachsen. Dies mache auch das enorme Engagement der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer deutlich, wie die Ministerin ausführte.

 

Ministerin Kaniber warnt vor zusätzlichen EU-Auflagen

Gleichzeitig warnte Kaniber vor zusätzlichen Belastungen durch europäische Vorgaben. Für die Forstwirtschaft brauche es keine zusätzlichen Dokumentationspflichten und bürokratischen Hürden, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung, so die Ministerin. Besonders kritisch bewertete Kaniber dabei die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die Unternehmen umfangreiche Nachweise zur entwaldungsfreien Herkunft bestimmter Rohstoffe und Produkte auferlegt, sowie die EU-Wiederherstellungsverordnung, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen und die biologische Vielfalt zu stärken. Mit Blick auf die Wiederherstellungsverordnung warnte die Ministerin eindringlich davor, dass diese den dringend notwendigen Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern erschweren könne. Statt die Wälder fit für die Herausforderungen des Klimawandels zu machen, bestehe die Gefahr, Waldstrukturen dauerhaft festzuschreiben, die den heutigen klimatischen Bedingungen nicht mehr gerecht werden. Dadurch könnten die aktive Waldbewirtschaftung, die Nutzung des heimischen Rohstoffs Holz und die Wertschöpfung im ländlichen Raum beeinträchtigt werden. Zugleich verwies die Ministerin in diesem Zusammenhang auf die Initiative Bayerns im Bundesrat, die Verordnung außer Kraft zu setzen bzw. zumindest grundlegend zu überarbeiten.